Baden in der Spree?

Baden in der Spree?

Baden in der Spree?
Zwischen Gertraudenbrücke und Humboldt-Forum soll künftig der Flussfilter das Spreewasser natürlich reinigen (Quelle: Andritschke)

In Berlin dauert ja alles bekanntlich etwas länger. Aber was lange währt wird gut, so der Volksmund. Vor 19 Jahren wurde die Idee eines Spree Flussbads entwickelt und damit eine, nicht nur in Berlin bis Anfang des 20. Jahrhunderts gängige Tradition des Badens, als Vision wieder aufgenommen.

Aufgrund der damaligen Industrialisierung und der hygienischen Zustände in Berlin, waren die Berliner Gewässer, vor allem die Spree, so stark verschmutzt, dass diese Tradition nicht aufrechterhalten werden konnte. Geplant ist, an der Museumsinsel, zwischen Humboldt-Forum und Bodemuseum, ein natürliches Schwimmbad zu schaffen. Um die dafür erforderliche Badewasserqualität zu schaffen, soll der Spreekanal zwischen Historischen Hafen am Märkischen Ufer bis hin zum Schlossplatz künftig als vorgeschaltete natürliche Reinigungsstufe fungieren und eine ökologische Wasserlandschaft geschaffen werden (Bild). Damit dies gelingt, aber auch um die Gewässerqualität der Spree weiter zu verbessern, fördern der Bund und das Land Berlin das Projekt bis 2018 mit bis zu 4 Millionen Euro.

Projekt ist zu besichtigen
Interessierten und Unterstützern soll das Projekt in den nächsten Monaten anschaulicher nahe gebracht werden. Dazu wurde eine Informations- und Ausstellungsplattform mit Café geschaffen, die der Verein Flussbad Berlin im Juni in Nachbarschaft zur European School for Management and Technology (gegenüber dem Außenministerium) eröffnete. Neben einer Freiluftausstellung mit Anschauungstafeln, die die Historie und das Flussbad Projekt in seinen unterschiedlichen Facetten präsentieren, wird künftig vor Ort auch ein Testfilter zu besichtigen sein. Auf dem historischen Lastkahn „Hans-Wilhelm“ wurde dazu eine Pilotanlage zur Spreewasserfilterung aufgebaut. Der Betrieb der maßstabsgerechten Forschungsstation soll bis Ende 2018 erfolgen. Für die Planung des Flussfilters sind die Berliner Ingenieurbüros AKUT Umweltschutz Ingenieure, das Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH sowie Dr.-Ing. Pecher und Partner Ingenieur GmbH verantwortlich.                                       Nico Andritschke

KONTAKT
Flussbad Berlin e. V.
www.flussbad-berlin.de