Bilanz der LMBV: Neue Wasserstände in der Lausitz

Bilanz der LMBV: Neue Wasserstände in der Lausitz

Neue Wasserstände in der Lausitz
LMBV-Chef Klaus Zschiedrich zieht überwiegend positive Bilanz - Quelle: Lang

22. Juni 2017, Großräschen, IBA-Terrassen: der Ort war gut gewählt zur Vorstellung der 2016er Jahresbilanz der LMBV. Gut gewählt deshalb, weil sich genau hier der Prozess der Rekultivierung einer durch massiven Kohleabbau verletzten Landschaft im Gebiet der Lausitz gut veranschaulichen lässt.

Vor etwas mehr als 10 Jahren begann am Grund des ehemaligen Tagebaus Meuro die Flutung des zukünftigen Großräschener Sees. Dieser zeigt heute bereits eine klare Kontur, hat seine Endgröße aber noch nicht erreicht. Dort wo die zukünftige Uferkante auf die Stadt Großräschen trifft sind inzwischen neben den IBA-Terrassen ein im Rohbau befindlicher Stadthafen, einige Sport- und Freizeitanlagen und ein Hotel entstanden.
Aber zurück zum Thema. Für das Bilanzjahr 2016 konstatierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Klaus Zschiedrich, das weitestgehende Erreichen der vorgegebenen Zielmarken in der Braunkohlesanierung. Das waren Leistungen in einem Volumen von 246 Millionen Euro. Die Bereitstellung der Gelder für diese Maßnahmen ist im vierten ergänzenden Verwaltungsabkommen über die Finanzierung der Braunkohlesanierung 2013-2017 geregelt.
Schwerpunkte der Arbeit waren zum einen die Herstellung geotechnischer Sicherheit an Böschungen und Kippen, zum anderen Konzepte und deren Realisierung bergbaulich beeinflusster Fließgewässer.
Zur Uferbefestigung an den Tagebaurändern wurden die Verdichtungsmaßnahmen mittels Rütteldruckverfahren weitergeführt. Bei der Sanierung der Innenkippen laufen Tests zum Verfahren der schonenden Sprengverdichtung.
Fortgeführt wurde das Fluten und die Gewässernachsorge der Tagebaurestlöcher, hauptsächlich durch Zuflüsse aus der Spree (63 Mio m3), der Schwarzen Elster (25 Mio m3) und der Neiße (1 Mio m3). Ziel dieser Maßnahmen zur Ausgleichung des bergbaubedingten Wasserdefizites (ursprünglich 7,0 Milliarden m3) ist die Wiederherstellung eines sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes.
Beim Thema Übersäuerung der Bergbauseen konnte ein entscheidender Durchbruch erzielt werden. Mit dem Gewässerbehandlungsschiff "Klara" besitzt die LMBV seit September 2016 ein hocheffizientes Werkzeug zur Inlake-Neutralisierung der Gewässer. Zur Zeit ist es im Regeleinsatz auf dem Partwitzer See unterwegs und wird in den nächsten Jahren dazu beitragen, in der gesamten Restlochkette einen ausgeglichenen Wasserhaushalt herzustellen.
Die Behandlung bergbaulich beeinflusster Fließgewässer in der Lausitz, insbesondere die Reduzierung des Eisenhydroxideintrags an den Zuflüssen des Spreewaldes bildete einen weiteren Arbeitsschwerpunkt. Mit der 2013 ertüchtigten und ab 2014 ganzjährig laufenden Wasserbehandlungsanlage WBA am Vetschauer Mühlenfließ sind nun insgesamt 4 derartige Anlagen in Betrieb. So gelang es im Spreeabschnitt zwischen Talsperre Spremberg und Berlin den Eisenanteil unter die Sichtbarkeistgrenze zu senken.
Vom Lausitzer Seeenland als ein Urlaubsparadies zu sprechen ist wohl noch ein wenig früh, aber man arbeitet daran.

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