CO2-Emissionen in China: Karbonisierender Drache

25. November 2011

Der Bau von Gebäuden, Kraftwerken und Straßen ist der Grund für den signifikanten Anstieg der chinesischen CO2-Emissionen, so eine neue Studie. Das schnell wachsende Investitionsvolumen im Infrastrukturbereich hat zu einer Ausweitung des Bausektors und seiner energie- und CO2-intensiven Zuliefererkette geführt, etwa der Stahl- und Zementindustrie.

Strukturwandel der Wirtschaft

Dieser Strukturwandel der chinesischen Wirtschaft hat zur Folge, dass mehr und mehr CO2 pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts freigesetzt wird – die Umkehr eines langfristigen Trends. Zuvor trieben steigender Konsum und Exporte die chinesischen Treibhausgasemissionen in die Höhe. Dieser Emissionsanstieg kann heute durch Einsparungen aus Effizienzsteigerungen ausgeglichen werden. Durch Bauvorhaben im Infrastruktursektor werden diese Einsparungen jetzt allerdings konterkariert – und was noch wichtiger ist: Sie bestimmen die Emissionen von morgen, schlussfolgert das internationale Forscherteam unter Leitung von Dr. Jan C. Minx vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der TU Berlin. China hat sich zu einem „karbonisierenden Riesen“ entwickelt.

Weltgrößter Energieverbraucher

Erst vor kurzem überholte China die USA als weltgrößten Energieverbraucher und CO2-Emittenten. Chinas Emissionen haben sich zwischen 1992 und 2007 fast verdreifacht. Mit Abstand der größte Teil des Anstiegs fand zwischen 2002 und 2007 statt.

Ein weiterer Treiber ist die Urbaniserung. Wenn Menschen vom Land in die Stadt ziehen, dann geht das mit einem Wandel des Lebensstils einher. Stadtbewohner wollen Gas-Heizungen und Elektrizität.

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