GeoIT in der Wasserwirtschaft 4.0

GeoIT in der Wasserwirtschaft 4.0

GeoIT in der Wasserwirtschaft 4.0
Gastgeber der Fachtagung war die Universität Duisburg-Essen, Campus Essen - Quelle: Andritschke

Wasserwirtschaft 4.0 ist seit einiger Zeit in der Diskussion der Verantwortlichen kritischer Infrastrukturen, beschäftigt die Branche aber schon länger. Spätestens seit den sich mehr und mehr auch in Deutschland häufenden Hackerangriffen und deren sichtbar gewordene Folgen, ist zumindest das Thema Cybersicherheit ein für alle Verantwortlichen erstzunehmendes Thema geworden.

Auch wenn nicht immer klar ist, wie mit dieser Bedrohung, unter dem Druck Arbeitsabläufe in den Unternehmen effizienter und transparenter zu gestalten, umgegangen werden soll.
Aus einer anderen Perspektive wurde die Thematik auf einer Fachtagung der DWA betrachtet. Am 25. und 26. April 2017 fanden unter Federführung des Wupperverbandes an der Uni Duisburg-Essen die GeoIT-Tage statt. Sie setzten die letztmalig 2014 geführte Diskussion von Fachleuten aus Behörden, Hochschulen und Ingenieurbüros sowie Anwendern zum Potenzial von GIS und GDI in der Wasserwirtschaft fort.
Die Vernetzung von Daten aus Infrastrukturen mit Hard- und Software-Systemen gehört hierbei unter anderem zu den Herausforderungen unserer Zeit. Die Veranstaltung griff diesbezüglich aktuelle Entwicklungen und Fragen zu Lösungsansätzen in der Wasser-, Abwasserwirtschaft und Stadtentwicklung im Hinblick auf Wasserwirtschaft 4.0 auf. In diesem Zusammenhang wurden die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken der Digitalisierung für die genannten Bereiche erörtert und diskutiert. Es wurden Anforderungen an geografische Informationstechnologien, neue Möglichkeiten der Verzahnung sowie Optimierungspotenziale als Folge veränderter Arbeitsabläufe aufgezeigt. Weitere Schwerpunkte der Veranstaltung bildeten die Qualität von und der Umgang mit
Daten sowie das Management von Informationen.

Hackathon – IT-Lösungen gesucht und gefunden
Parallel zur Fachtagung mussten erstmals im Rahmen eines so genannten Hackathon IT-Spezialisten in zwei Teams unter Zeitdruck an einem wasserwirtschaftlichen IT-Projekt arbeiten. Das Anliegen der Veranstalter hierbei war, die Software-Entwicklerszene auf wasserwirtschaftliche Fragestellungen und die Fachleute aus der Wasserwirtschaft auf agile Programmier- und Vernetzungsmethoden aufmerksam machen. Im Fokus des diesjährigen Wettbewerbs standen Anwendungen, die mit standardisierten, offenen Sensor-Web-Technologien Mess- und Geodaten vorwiegend aus verschiedensten Bereichen der Wasserwirtschaft zusammenführen. Die Aufgabe bestand darin, aus offenen, frei zugänglichen Geodaten eine neue GeoIT-Idee zu entwickeln und umzusetzen. Im Ergebnis wurde eine Anwendung entwickelt, die es ermöglicht, aus Twitter-Meldungen auf Hochwasser und Starkregen zu schließen. Eine weitere Lösung konzentrierte sich auf die Verarbeitung von Unwetterwarnungen in Echtzeit. Beide Teams erhielten Auszeichnungen für Wirtschaftlichkeit und Innovation.

Fortsetzung folgt
Das neue Format der GeoIT-Tage, die Kombination aus Fachtagung und Hackathon, führt die Sichtweisen von Informatikern und Fachleuten der Wasserwirtschaft zusammen. Es eröffnet zugleich die Möglichkeit, sich über die Zukunft und Entwicklung der Geoinformationstechnologien auszutauschen.
Nico Andritschke


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