Klärwerk Waßmannsdorf: Vierte Reinigungsstufe wird Realität

Klärwerk Waßmannsdorf: Vierte Reinigungsstufe wird Realität

Klärwerk Waßmannsdorf: Vierte Reinigungsstufe wird Realität
Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Popp, Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger sowie Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der BWB beim symbolischen „Baggerstich“. Quelle: Andritschke

Auf dem Gelände das Klärwerks Waßmannsdorf gab es am 3. April den symbolischen Baggerstich und somit den Startschuss für das größte Investitionsprojekt der Berliner Wasserbetriebe (BWB). 275 Millionen Euro Investitionen fließen bis 2024 an der südlichen Landesgrenze Berlins in mehr Becken, Speicher, Filter und eine vierte Reinigungsstufe.


Am Standort Waßmannsdorf, dem zweitgrößten Klärwerk der BWB, werden Abwässer von ca. 1,3 Mio. Berlinern und Brandenburgern gereinigt. Die Kläranlage wurde von 2012 bis 2016 bereits zugunsten einer besseren Entfernung von Stickstoff umgebaut.

Massiver Ausbau des Klärwerks
Um die steigenden Abwassermengen der wachsenden Region aufzufangen, werden hier ein Mischwasserspeicher mit 50.000 m3 Volumen sowie zwei zusätzliche Reinigungslinien errichtet. Das Klärwerk wächst damit auf zehn Beckenlinien. Ergänzt wird der Ausbau durch Technik zur weitergehenden Phosphorelimination mittels Flockungsfiltration. Hierzu wurden in der Vergangenheit bei den BWB bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Für die gezielte Auslösung von MAP mit Magnesiumsalzen hat die unternehmenseigene Forschung der BWB bereits 2004 ein patentiertes Verfahren entwickelt, das seitdem großtechnisch auf der KA Waßmannsdorf genutzt wird. Das dabei gewonnene Produkt ist ein zertifizierter hochwertiger, mineralischer Langzeitdünger, der unter dem Namen „Berliner Pflanze“ vertrieben wird und den Kreislaufgedanken des Unternehmens symbolisiert.

Klärschlamm thermisch verwerten
Teil der Erweiterung des Klärwerks wird auch eine Anlage sein, in der Klärschlamm künftig thermisch verwertet werden kann. Bereits seit 1985 wird auf der KA Ruhleben klärwerkseigener Schlamm verbrannt und thermisch verwertet. Dortige Kapazitätsgrenzen und sich langfristig ergebende Anforderungen aus der neuen Klärschlammverordnung, wie Verbot landwirtschaftlicher Verwertung von Klärschlamm und die Rückgewinnung von Phosphor, lassen diese Maßnahme erforderlich werden.
Durch die Verminderung der Stickstoff- und Phosphoreinträge werden die regionalen Gewässer perspektivisch deutlich von Nährstoffeinträgen entlastet, was den Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie entspricht. Den Investitionsentscheidungen waren umfangreiche Forschungsprojekte zur Ermittlung der optimalen Technologien in Bezug auf Reinigungsleistung, Energie- und Kostenaufwand sowie politische Abstimmungen mit den Behörden in Berlin und Brandenburg vorausgegangen.

Hohe Investitionen für saubere Gewässer
Die Berliner Wasserbetriebe investieren bis 2021 weiter massiv in eine moderne Infrastruktur. Insgesamt sollen dafür 2,1 Mrd. € aufgewendet werden, ca. 1,2 Mrd. € allein für den Bereich Abwasser. Neben erforderlichen Kapazitätsanpassungen aufgrund des Bevölkerungswachstums in Berlin, geht es vorrangig um die Verbesserung der Qualität des gereinigten Abwassers. Dazu ist die Erweiterung der sechs Klärwerke um eine vierte Reinigungsstufe, geplant ist bis 2027, erforderlich geworden. Die Kläranlagen Schönerlinde und Waßmannsdorf werden damit in den nächsten Jahren als erste ausgestattet.
Nico Andritschke

KONTAKT
Berliner Wasserbetriebe
Neue Jüdenstraße 1
10179 Berlin
www.bwb.de

Weiterführender Link
www.bwb.de/wassmannsdorf

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