Megatrends in der Wasserwirtschaft

Megatrends in der Wasserwirtschaft

Megatrends in der Wasserwirtschaft
Die Teilnehmer des 1. Wassertages im niedersächsischen Heiligenthal - Quelle: Wilo

Die erfolgreiche Seminarreihe des Pumpenherstellers Wilo erreicht Niedersachsen. Die Herausforderungen für die Branche standen im Mittelpunkt.

Am 17. Mai 2017 veranstaltete die Firma Wilo den 1. Wilo-Wassertag im Tagungshotel Wassermühle Heiligenthal, Niedersachsen. Damit erreichte die Seminarreihe nach Tagungsorten in der Schweiz, in Bayern und Baden-Württemberg ein neues Bundesland. Das  Thema lautete „Veränderungen in der Wasserwirtschaft“ und es erfolgte aufgrund der fünf Referate eine sehr lebhafte Diskussion. Hier folgen nun einige Auszüge aus den Vorträgen.
Den Auftakt gestaltete Jens Süß von Hamburg Wasser mit seinem Thema „Betrieb und Optimierung von Pumpenanlagen im Trinkwasserbereich aus Betreibersicht“. Er stellte die Geschichte der Hamburger Wasserversorgung vor und erklärte, dass heute 16 Wasserwerke zur Versorgung der Bevölkerung im Raum Hamburg beitragen. In den letzten Jahren wurden die Anlagen immer wieder optimiert.
Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Beims vom GIP Grundwasser Ingenieurbau- Planung, Dresden sprach zum Thema „Brunnenoptimierung am Beispiel von Hochwasserentlastungsbrunnen“. Er zeigte, dass Brunnen anspruchsvolle hydrotechnische Bauwerke sind und das Ziel jeden Betreibers die langfristige und stabile Grundwasserförderung sein sollte. Dabei wäre die ganzheitliche Betrachtung für die Entstehungs- und Lebenszykluskosten eines Brunnens verantwortlich. Beim Brunnenausbau geht es darum den richtigen Filterkies oder die richtigen Glaskugeln einzusetzen, wobei zusätzlich auf eine richtige Verdichtung geachtet werden muss.

Energetische Optimierung Ziel
Mario Hübner von Wilo führte nicht nur durch die Veranstaltung, sondern sprach als in seinem Fachvortrag über „Die Energieeffiziente Wasserförderung mit nass- und trockenaufgestellten Pumpaggregaten“. Er sagte: „Eine der zukünftigen Herausforderungen der Wasserwirtschaft, global sowie in D-A-CH, wird es sein, Versorgungs- und Entsorgungsprozesse energetisch zu optimieren oder neue energieeffiziente Systeme aufzubauen. Der Einsatz von Frequenzumformern, der Austausch von Pumpen und Motoren (teilweise mit höheren Energieeffizienzklassen, in Anlehnung der IEC 60034-30-1 / (-2) Klasse IE 3 bis IE 5 und der Einsatz ganz neuer und optimal ausgelegter Pumpensysteme mit Sonderbeschichtungssystemen werden daher in Zukunft unumgänglich“.
Hübner stellte in seinem Vortrag die neue Baureihe Wilo-Zetos K8 in der Werkstoffausführung 1.4408 und 1.4517 – mit wahlweise angebauten Permanentmagnetmotoren und hohen Aggregatswirkungsgraden vor. Die Synchronmotoren, die unbedingt einen FU im Betrieb benötigen, werden heute aus dem Hause WILO mit 8 Zoll Motoren bis 150 kW angeboten.
Christoph Bartsch von der Firma Bartsch Pumpen und Wassertechnik ging in seinem Vortrag auf die erfolgreiche Brunnenregenerierung mit dem europaweit patentierten und automatisierten Mehrkammer-Regenerier-System Bartsch“ ein. Die Regenerierung des Brunnens enthält alle Maßnahmen die zur Entfernung von Ablagerungen aus dem Ringraum und ggf. auch aus dem angrenzenden Grundwasserleiter notwendig sind. Die eingesetzten Verfahrenstechniken folgen nach DVGW W 130 dem Prinzip der Trennung der Ablagerung von Brunnenrohr und den Filterkieskörnern, des Austrags der gelösten Ablagerungen und der prozessbegleitenden Kontrolle des Regenerierfortschrittes. Mit Diagrammen für die Darstellung der Brunnenleistung und der spezifischen Ergiebigkeit machte er deutlich, dass jeder Meter mehr Absenkung mehr Energiekosten bedeuten.

Wasser 4.0 als Thema
Zum Abschluss stieg Mario Hübner nochmals in das Thema „Wasser 4.0“ ein und zeigte eine webbasierte Live-Überwachung eines Brunnens in der Steinwaldgruppe.
Durch die Vernetzung von Pumpen mit Sensoren, Pumpstationen untereinander sowie zentralen Steuereinrichtungen gewinnen Wassersysteme ein neues Niveau an Flexibilität. Der Fokus verschiebt sich von bloßer zentraler Überwachung der gesamten Infrastruktur zu einer „Intelligenz“ auf allen Ebenen durch Vernetzung, hinunter bis zur Pumpe, die ihren Betrieb mit vernetzter Sensorik selbstständig überwacht und mit dem Netzwerk ihren Status kommuniziert. Dieser systematische Ansatz steht im Kern von Wasser 4.0.
Das nächste Fachsymposium dieser Art für Trink-und Abwasser findet am 20. und 21. September 2017 am Adlersberg bei Regensburg statt.

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Wilo SE
www.wilo .com

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