Regenwassermanagement hat Priorität

Regenwassermanagement hat Priorität

Regenwassermanagement hat Priorität
Patrick Blanc, Botaniker und Erfinder des vertikalen Gartens, glänzte mit einem Feuerwerk an Praxisbeispielen von vertikalen Gärten aus aller Welt (Quelle: Andritschke)

Vom 27. bis 29. Juni war Berlin Gastgeber des Weltkongresses für Gebäudegrün, dem größten bisher in Europa durchgeführten Kongress zu diesem Thema. Er stand unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Berlins Oberbürgermeister Michael Müller.

Mit fast 800 Teilnehmern aus 44 Nationen wurden die Erwartungen des Veranstalters FBB Fachvereinigung Bauwerksbegrünung weit übertroffen. Etwa 100, teils hochkarätige Referenten und über 40 Aussteller boten eine umfangreiche Informationsmöglichkeit zur Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung. Im Kern geht es darum, wie die natürliche Welt wieder in die Stadt eingeführt werden kann, so Professor Herbert Dreiseitl. Ergänzt wurde der Erfahrungsaustausch durch Exkursionen zu Best Practice-Beispielen in Berlin.

Projekt KURAS vorgestellt
Im Forum Regenwassermanagement zeigte sich die wachsende Bedeutung des Themas, vor allem in Ballungsgebieten. Ob Berlin, Portland, Hannover oder New York, die Herausforderungen stellen sich in vielen Städten ähnlich dar. Bis 2050, so wurde prognostiziert, werden 75 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Andreas Matzinger vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin stellte die im Forschungsprojekt KURAS gewonnenen Erfahrungen vor. Hier wurde eine Methode entwickelt, mit der Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung für konkrete Stadtquartiere ausgewählt und platziert werden können. Dabei werden Effekte auf die Umwelt und die Bewohner genauso betrachtet, wie Kosten und der Aufwand an Ressourcen. Über umfangreiche Erfahrungen mit „lebenden“ Dächern in integrierten städtischen Wassersystemen berichtete Prof. Daniel Röhr aus Kanada, in Berlin bekannt als Designer für die Dachbegrünung des DaimlerChrysler-Projekts am Potsdamer Platz. Gelungene Beispiele der Regenwasserbewirtschaftung im Rahmen der Stadtgestaltung stellte der Landschaftsarchitekt Karl Grimm aus Österreich vor.
Immer wieder wurde betont, dass man davon wegkommen muss, alles nur unterirdisch ableiten zu wollen. Es sind mehr integrierte, dezentrale Konzepte gefragt. Dabei muss ganzheitlich gedacht werden, wobei die soziale Qualität ein wichtiges Kriterium ist.    Nico Andritschke

KONTAKT
FBB Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e. V.
www.gebaeudegruen.info

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