Stadtentwässerung Dresden: Flashmob gegen Müll im Klo

Stadtentwässerung Dresden: Flashmob gegen Müll im Klo

Flashmob gegen Müll im Klo
Demo gegen Müll im Klo - Quelle: André Wirsig

Als Kackhaufen verkleidete Demonstranten protestierten unlängst auf der Prager Straße lautstark gegen Müll im Klo.
Mit dieser Aktion machte die Stadtentwässerung Dresden (SEDD) auf die immer größere Müllmenge im Dresdner Abwasser aufmerksam, die nicht nur zu erhöhten Entsorgungs- und Betriebskosten führt, sondern auch die Umwelt belastet.
Die Kackhaufen riefen den verdutzten Passanten Losungen zu, die forderten, das Klo nicht als Mülleimer zu missbrauchen. Die Sprüche waren eine Auswahl der besten Reime des #Reimscheißer-Wettbewerbs, zu dem die Stadtentwässerung Dresden Ende Januar 2017 aufgerufen hatte. Acht Wochen lang konnte fleißig zum Thema gedichtet werden. Fast 400 Sprüche gingen ein.


Zur Abschlusskundgebung versammelten sich die Kackhaufen am Dr.-Külz-Ring in der Dresdner Innenstadt, um die drei Hauptpreisträger (per Los) zu küren. Poetry Slamer Kai Rieger rezitierte zu Beginn einen pointierten Text über seine sehr persönliche Beziehung zum Klo. SEDD-Geschäftsführerin Gunda Röstel sagte während der Ziehung der Gewinner: „Wir sind mit unserer frechen Kampagne sehr zufrieden. Sie war ein wunderbarer Türöffner bei den Medien, die dadurch häufig über dieses eigentlich sehr ernste Problem berichteten. Unter den immerhin 400 Reimen waren sowohl sehr kräftige als auch poetische Verse“ (siehe unter www.kein-muell-ins-klo.de).

Das Feuchttuch-Problem
Die Demonstration fand unmittelbar vor dem Weltwassertag am 22. März statt, der 2017 unter dem Motto „Abwasser“ steht. Einen großen Anteil an der gewachsenen Müllmenge im Abwasser haben Feuchttücher. Diese bereiten der Stadtentwässerung große Probleme. Sie lösen sich im Wasser nicht auf. Sie bilden riesige feste Klumpen, die Pumpen blockieren und es kommt zu Rückstau im Kanal. Deshalb gehören diese beliebten Tücher in den Restmüll.
Ein weiteres Problem sind Rückstände aus Arzneimitteln. Diese können nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden und gelangen so in Minimalkonzentration in die Elbe. Ein Teil der Wirkstoffe wird nach der Einnahme wieder ausgeschieden. Zusätzlich belastet jedoch die falsche Entsorgung von Tabletten und flüssigen Arzneimitteln über die Toilette bzw. Spüle das Abwasser. Altmedikamente sind deshalb über den Restmüll zu entsorgen.
Essensreste, die über die Toilette oder den Abfluss entsorgt werden, locken Ratten an. Nur mit viel Aufwand lässt sich die Rattenpopulation in der Dresdner Unterwelt im Zaum halten.
Landen Speiseöle oder Fette durch das Spülen von Töpfen und Pfannen im Abwasser, führt dies zu Fettablagerungen und damit insbesondere in den kleineren Hausanschlusskanälen zu Verstopfungen. Zusätzlich entstehen unangenehme Gerüche. Denn wenn das Wasser nicht mehr richtig abfließt oder sich gar zurückstaut, bilden sich durch chemische Reaktionen mit den Ablagerungen übelriechende Verbindungen, die sich schnell verbreiten. Essensreste und kleine Mengen an Fetten und gehören in den Biomüll.
Letztendlich kann jeder einen Beitrag dazu leisten, Müll im Abwasser zu vermeiden. Der Gang zum Mülleimer ist ein kleiner Schritt und kann viel bewirken. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Beispiele von Einsendungen des #Reimscheisser-Wettbewerbs
Windel, Feuchttuch und Tablette, geh’n dem Klärwerk auf die Kette.

Nutzt du mal ein feuchtes Tuch, widersteh' dem Spülversuch.

Müll im Klo ist unterm Strich einfach nur echt widerlich.

Alle Dresdner sollen wissen: in das Klo wird nur geschissen.

Ist das Örtchen noch so still, gehört dorthin noch lang kein Müll.

Alle Gewinner-Reime und Informationen zur richtigen Entsorgung unter: www.kein-muell-ins-klo.de

KONTAKT
Stadtentwässerung Dresden GmbH
Scharfenberger Straße 152
01139 Dresden
www.stadtentwaesserung-dresden.de
www.kein-muell-ins-klo.de

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