Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie am Rhein

Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie am Rhein

Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie am Rhein
Der Rhein bei Köln (Quelle: Lang)

Wie sieht es mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie am Rhein aus - einem der größten internationalen Flussgebiete?

Die jährliche Regionalveranstaltung der Firmengruppe Hach-Lange für den Südwesten der Bundesrepublik fand zum vierten Mal in Bensheim an der Bergstraße statt. Gastgeber Martin Sickenberger moderierte die Veranstaltung. Der Thermenschwerpunkt lag auf der Spurenstoffentfernung bei der Abwasserbehandlung. Stefan Minnich, der Leiter der Verfahrenstechnik bei der Stadtentwässerung Mannheim, sprach zur Spezifik der Entfernung von Spurenstoffen im dortigen Klärwerk. Wir stellen hier den Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie vor.

Die Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) stand schon in vergangenen Veranstaltungen der Hach-Lange-Gruppe auf der Tagungsordnung. In diesem Jahr berichtete Dr. Wilhelm Bouwer, Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Rhein, über die Umsetzung in einem der größten internationalen Flussgebiete. Nach Bestandsaufnahme und Monitoring wurde im ersten Bewirtschaftungszyklus (2009 bis 2015) deutlich, dass bei den hohen Zielstellungen sowohl der ökologische als auch der chemische Zustand aller Fließgewässer einschließlich des Bodensees nicht erreicht wurden. 82 % der Oberwasserkörper (OWK), gesamt 2.171, davon 461 OWK auf deutschem Gebiet, befinden sich im mäßigen bis schlechten Zustand und aus chemischer Sicht sind in allen Gewässern Hg-Rückstände. Das Einzugsgebiet berührt neun Staaten und acht Bundesländer innerhalb der deutschen Grenzen mit insgesamt 60 Mio. Einwohnern. In der Flussgebietseinheit befinden sich 4.061 Kläranlagen unterschiedlicher Ausbaugröße mit insgesamt 101 Mio. EW. Nach den Erläuterungen über Aufbau der FGG zog er eine Zwischenbilanz und konnte bei zahlreichen Planungs- und Baumaßnahmen auch abgeschlossene Projekte nennen. Für die zweite Bewirtschaftungsperiode hofft er, dass bis 2021 ein guter Zustand der Gewässer erreicht wird. In der Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft (LAWA) wird eine Überprüfung/Revision der WRRL erarbeitet. Die WRRL hat sich grundsätzlich als Instrument in der europäischen Wasserpolitik bewährt, obwohl die Zielstellung „guter Zustand“ hinter den optimistischen Erwartungen zurück bleibt.        Dr. G. Arndt

 

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