UNESCO-Kulturerbe-Titel: Wasserregal regulierte Bergbauabwasser
30. August 2010
Oberharzer Wasserregal...
...so nennt sich die Gesamtheit aller Anlagen zur Speicherung und Regulierung von Wasser im Zusammenhang mit dem im Oberharz betriebenen Bergbau.
Errichtet wurde dieses System zwischen 1536 und 1870. Der Begriff „Regal“ ist hier als königliches Hoheitsrecht –Regalienrecht – zu verstehen. Um Bergbau zu betreiben, wurde vom Landesfürsten das „Bergregal“ verliehen. Mit dem Wasserregal erhielt der Betreiber das Recht, das zur Verfügung stehende Wasser für den Bergbau zu nutzen.
Das Wassersystem diente der Abführung von Sickerwasser, das den Bergbau behinderte. Das Niederschlagswasser fing man auf und führte es über ein System von Gräben und Wasserlaufsysteme hin zu Entwässerungspumpen.
Mit Wasserkraft konnten die Bergbauschächte entwässert werden.
Das Oberharzer Wasserregal bestand aus mindestens 143 Teichen, weit über 500 km Gräben und ca. 30 km unterirdischen Wasserläufen und ist damit eines der wichtigsten historischen bergbaulichen Wasserwirtschaftssysteme der Welt. Noch heute sind von dieser Anlage beträchtliche Teile erhalten. Betrieben wird das System, zumindest teilweise, bis in die Gegenwart. Einige Bestandteile der Anlage haben auch jetzt noch Aufgaben im Bereich der Landschaftspflege, des Hochwasserschutzes und der Trinkwassergewinnung. Seit 1978 gilt das Oberharzer Wasserregal als Kulturdenkmal und steht unter Denkmalschutz.
Am 31. Juli wurde es aufgrund seiner Größe (200 km²) und Einmaligkeit, als Erweiterung der Weltkulturerbestätte Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.








