wwt-Nachwuchspreis: Hervorragender Start in die Karriere

wwt-Nachwuchspreis: Hervorragender Start in die Karriere

Studierende
(Bild: luckybusiness/stock.adobe.com)

Der neue Preis der Fachzeitschrift "wwt - wasserwirtschaft wassertechnik" bietet den Siegern eine ideale Plattform, um beruflich richtig durchzustarten.

Die Sieger bekommen direkten Kontakt zu den Sponsoren. Dazu zählen in diesem Jahr: Berliner Wasserbetriebe, DHI Group und Hach. Ideeller Unterstützer ist der Landesverband Nord-Ost vom DWA. Diese sind immer auf der Suche nach hervorragenden Fachleuten.

Der wwt-Nachwuchspreis bietet ein ideales Sprungbrett. Absolventen aus den vielfältigen Gebieten der Wasserwirtschaft können hier ihre besonderen Leistungen präsentieren.

 

Wir belohnen Ihre Abschlussarbeit!

Prämiert werden überdurchschnittliche Leistungen bei Bachelorarbeiten, Masterarbeiten sowie Dissertationen. Sie müssen aus den Bereichen Abwasser, Trinkwasser oder Wasserwirtschaft stammen.

Die Jury wählt jeweils zwei Arbeiten aus, die in der wwt vorgestellt werden. Die Auswahl der Sieger erfolgt per Voting der Fachleser.


Mit Studentinnen gegen den Fachkräftemangel

Prof. Oliver Christ von der HSWTwwt sprach mit Jurymitglied Prof. Dr.-Ing. Oliver Christ, der dem wwt-Herausgeberbeirat angehört und an der Fakultät für Umweltwissenschaften (Fachgebiet Siedlungswasserbau) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf lehrt.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Fachkräftebedarfs in Ihrem Fachgebiet ein?
Der Fachkräftebedarf in den Bereichen Siedlungswasserwirtschaft, Wasserbau und Wassermanagement sind in Deutschland und insbesondere weltweit enorm hoch. Die Herausforderungen sind dabei insbesondere:

  • Mengen- und qualitätsmäßige Sicherung der Trinkwasserressourcen, sodass weltweit jeder Mensch Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser in ausreichender Menge hat
  • Bewirtschaftung der Wasserressourcen insgesamt z. B. für die Bewässerung und Landwirtschaft
  • Schutz des Menschen vor zunehmenden Starkregen, urbanen Sturzfluten und Überschwemmungen
  • Kaskadierte Nutzung von Wasser (Trinken, Pflegen, Waschen, Transport von Fäkalien) mit den dazu notwendigen Aufbereitungsschritten
  • Gewinnung von Strom und Wärme aus der chemisch und thermisch gebundenen Energie im Abwasser (Faulgasverwertung, Abwasserwärmenutzung, mikrobielle Brennstoffzellen)
  • Weitgehende Elimination von Mikroschadstoffen (Industriechemikalien, Medikamente) sowie Keimen und Antibiotika aus Abwasser zum Schutz von Umwelt und Gesundheit

 

Die Aufgaben sind daher vielfältig und der Fachkräftebedarf für Planungsbüros, Verwaltung, internationale Organisationen oder Anlagenbauern immens. Auch die Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an die Ingenieurinnen und Ingenieure, sodass der Bedarf bei Weitem nicht gedeckt ist.

Gibt es genügend Bewerber um einen Studienplatz in Ihrem Fachbereich? Ist es nach wie vor eine reine Männerdomäne?

Es gibt zu wenige Bewerber und als Hochschule sind wir bemüht, interessierte und engagierte junge Menschen für das Studium der Wassertechnologie zu begeistern. Der klassische Studiengang, der sich mit Siedlungswasserwirtschaft und Wasserbau beschäftigt, ist das Bauingenieurwesen. In diesem Studiengang überwiegt der Anteil männlicher Studierender.

Deshalb wurde an unserer Hochschule der Bachelorstudiengang Wassertechnologie im Jahr 2010 ins Leben gerufen, der insbesondere auch Studentinnen anspricht, da wir die Studieninhalte von den vermeintlich typischen "Männerfächern" wie Baustatik, Baubetrieb oder Massivbau weitgehend befreit haben.

Was tun Sie an Ihrer Hochschule, um den – auch weiblichen – Nachwuchs für das Fachgebiet zu interessieren?

Durch eine transparente Darstellung der Studieninhalte und Studienbedingungen auf unseren Internetseiten, die zudem stetig aktualisiert werden, erreichen wir viele Studieninteressierte. Zudem gehen wir gezielt in Schulen und sprechen mit unseren Inhalten die jungen Menschen an. Boy's and Girl's-Days, die wir an der Hochschule veranstalten tragen weiterhin dazu bei, Studierende zu gewinnen.

Da wir zwischenzeitlich über eine Reihe von Absolventinnen des Studiengangs Wassertechnologie verfügen, die in den verschiedensten Wasser-Bereichen ihre Karrieren gestartet haben, versuchen wir diese gezielt vorzustellen. Positive Beispiele sind sicher die beste Empfehlung für einen Studiengang.

Welche Unterstützung erhalten Sie bei der Nachwuchsförderung von Industrie und wasserwirtschaftlichen Unternehmen?

Als Hochschule für angewandte Wissenschaften pflegen wir selbstverständlich enge Kontakte zu den entsprechenden Unternehmen. So legen wir großen Wert darauf, dass Repräsentanten dieser Unternehmen im Rahmen von Lehrveranstaltungen zu Wort kommen, um den Studierenden ihre Tätigkeitsfelder, ihre Aufgaben und auch ihre Produkte vorstellen können. Diese Veranstaltungen werden selbstverständlich immer von uns Professoren moderiert, da wir natürlich keine Plattform für Werbeveranstaltungen sein wollen.

Darüber hinaus legen wir großen Wert darauf, dass unsere Studierenden ihr fünftes Fachsemester in einem Praxisbetrieb absolvieren, bevor sie dann in das Schwerpunktsstudium des sechsten und siebten Semesters einsteigen.

Zudem bieten wir besonders engagierten Studierenden die Möglichkeit im Rahmen eines dualen Studiums, das heißt bei uns ein Studium mit erweiterter Praxis, parallel zum Fachstudium noch Praxiserfahrungen in ausgewählten Betrieben zu sammeln und dabei gleichzeitig über den gesamten Verlauf des Studiums finanziell weitgehend unabhängig zu sein, da ein Gehalt gezahlt wird.

Welche Motivation haben Sie, in der Jury des Nachwuchspreises Deutsche Wasserwirtschaft mitzuwirken?

Da ich seit mittlerweile mehr als 15 Jahre Mitglied des wwt-Herausgeberbeirats bin, liegen mir die Fachzeitschrift und deren Redaktion naturgemäß besonders am Herzen. So haben wir gemeinsam in der Vergangenheit viele neue inhaltliche Akzente gesetzt, um ein für die Leser attraktives und zeitgemäßes Format sicherzustellen. Die Idee der Redaktion einen Nachwuchspreis auszuloben hat mir spontan sehr gut gefallen und ich habe diese Idee gerne unterstützt.

Somit freue ich mich sehr, dass dieser Preis nun erstmals ausgeschrieben wurde, da unser fachlicher Nachwuchs damit eine Plattform erhält, die Themen aus einer unbefangenen Sicht der "Jugend" vorzustellen. Dabei kann ich selber neue und interessante Ansätze kennenlernen, auf die ich sehr gespannt bin und ich mich somit auf die Mitarbeit in der Jury freue.

Bewerben Sie sich jetzt zum wwt Nachwuchspreis 2018!