Deutscher Naturschutzbund: Aktionsprogramm Insektenschutz

Deutscher Naturschutzbund: Aktionsprogramm Insektenschutz

Aktionsprogramm Insektenschutz
Thomas Radetzki, Prof. Dr. Kai Niebert (DNR), Prof. Dr. Randolf Manzel (FU Berlin) stellen das Aktionsprogramm der Umweltverbände vor. (Bild: Lang)

Unlängst wurde der Öffentlichkeit das Aktionsprogramm zum Insektenschutz vorgestellt. Beteiligt daran war ein breites Bündnis von Umwelt,- Natur- und Tierschutzverbänden.

Ausgehend vom massiven Bienen-/Insektensterben der letzten Jahre, geht es um die Forderung an die Bundesregierung in der Agrarpolitik umzusteuern und einen kulturellen Wandel in der Landwirtschaft herbeizuführen, der sich am gesellschaftlichen Gemeinwohl orientiert.

Ein „weiter so" würde ganze Ökosysteme destabilisieren, was unweigerlich irreversible Folgen haben würde. Die Problematik ist hochkomplex und geht über die verheerende Anwendung von Insektiziden weit hinaus. Sie findet ihren Ausdruck auch in solchen Aspekten wie Landschaftszersiedelung, Monokulturen, Lichtverschmutzung, aufgeräumte Landschaften, riesige Agrarflächen etc.. Zu viele, sich teils widersprechende Interessen, sind mit im Spiel.

Als eine Folge des massiven Insektizideinsatzes in der Landwirtschaft benennt der Deutsche Naturschutzring (DNR )deren Rückstände im Grundwasser und in den Oberflächengewässern. Weitere Folgen für die wasserwirtschaftlichen Kreisläufe bleiben unerwähnt, was sich aus dem Hauptthema erklärt.

Schädliche Einträge senken

Wichtigstes Anliegen des Papiers ist die Forderung nach einer Strukturvielfalt in der Landwirtschaft, da bisheriges Wirtschaften zu einer Reduzierung von Feld- und Wegrändern, Kleingewässern und Brachflächen und zur Fragmentierung des Biotopenverbundes geführt hat. Die Stickstoffeinträge in Luft, Boden und Wasser müssen deutlich und schneller gesenkt werden. Ordnungspolitische Konsequenzen müssen stärker dem Verursacherprinzip folgen. Es sind strengere Schutzmaßnahmen in Gebieten mit einer hohen Viehdichte erforderlich, um den zusätzlichen Nährstoffeintrag durch Gärreste aus Biogasanlagen in den Boden zu unterbinden.

Über die in Brüssel in Rede stehenden Pestizide Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin hinaus wird von der Bundesregierung gefordert, sich für ein europaweites Verbot der ganzen Wirkstoffgruppe, bzw. sich für ein nationales Verbot einzusetzen.

Am 27.April 2018 hatte sich EU-Fachausschuss für ein Freilandverbot von drei Neonicotinoiden entschieden. Inzwischen hat sich die Bundesregierung zum Insektenschutz als prioritäre Aufgabe bekannt und hat am 20. Juni 2018 selbst ein „Aktionsprogramm Insektenschutz“ vorgelegt.

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Deutscher Naturschutzring
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