Erstmalige simultane Entfernung von Mikroplastikpartikeln

Erstmalige simultane Entfernung von Mikroplastikpartikeln

Erstmalige simultane Entfernung von Mikroplastikpartikeln
Eine Technologie wurde vorgestellt, die das Wasser von unerwünschten Spurenstoffen wie z. B. Medikamentenrückständen reinigt. Quelle: Schuhen

Als innovatives universitäres Forschungsprojekt 2012 gestartet, hat sich Wasser 3.0 in den letzten Jahren mit dem Ansatz anorganisch-organische Hybridkieselgele gegen unerwünschte Spurenstoffe einzusetzen, einen Namen gemacht.


Die jungen Wissenschaftler haben zusammen mit ihren Schlüsselpartnern abcr GmbH, dem Spezialchemikalienhersteller aus Karlsruhe und den Anlagenbauern und Prozessingenieuren der Zahnen Technik GmbH aus dem rheinland-pfälzischen Arzfeld innerhalb von wenigen Jahren eine effiziente und innovative sowie nachhaltige Technologie entwickelt, die das Wasser von unerwünschten Spurenstoffen wie z. B. Medikamente und Medikamentenrückstände und auch Mikroplastik befreien kann.

Vorstellung von Wasser 3.0
Wasser 3.0 ist damit das erste Verfahren, das innerhalb einer vierten Reinigungsstufe von Kläranlagen gleichzeitig gelöste Stressoren wie Medikamente und Medikamentenrückstände sowie suspendierte Teilchen, zu denen Mikroplastik gehört, entfernen kann.

Der Vorteil von Wasser 3.0 ist, dass die baulichen Veränderungen an bestehenden Wasserreinigungsanlagen, die meist mit hohen Investitionskosten einhergehen und gleichzeitig enormen Betriebs- und Wartungskosten mit sich bringen, wegfallen. Stattdessen setzt Wasser 3.0 auf adaptierbare Lösungen im Containermaßstab und die Pilotversuche geben den Wissenschaftlern, Ingenieuren und Anlagenbauern Recht. Die Pilotversuche zur Mikroplastikelimination wurden schon 2017 erfolgreich in der Kläranlage der EW Landau durchgeführt. Wie bereits für die Entfernung von Medikamenten und anderen organisch-chemischen Stressoren bedient sich das Team Wasser 3.0 einer durch Wasser gestarteten chemischen Reaktion, die durch die Zugabe der Hybridkieselgele ausgelöst wird. Innerhalb kürzester Zeit werden die Schadstoffe gebunden, es kommt zu einem Partikelwachstum.

Der Clou bei Wasser 3.0 ist, dass diese Tischtennisball-großen Partikel aus abreagiertem Hybridkieselgel, gebundenen Schadstoffen und Mikroplastik auf der Wasseroberfläche schwimmen und somit sehr einfach abgeschöpft werden können (https://www.youtube.com/watch?v=svwN4pamXAg). Die erhaltenen Abfallprodukte von Wasser 3.0 landen nicht mehr im (Klär-)Schlamm und benötigen kein aufwendiges Trennkonzept, sondern können unmittelbar in ihrer Entnahmeform in die Sekundärstoffverwertung gehen. Alle zur Reinigung des Wassers eingesetzten Chemikalien sind ökotoxikologisch unbedenklich.

KONTAKT
Jun.-Prof. Dr. Katrin Schuhen
E-Mail: schuhen@wasserdreinull.de
www.wasserdreinull.de