Forschung für lebenswerte Städte

Forschung für lebenswerte Städte

aus der Ausgabe 
August, 2018

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Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin, gemeinnützige GmbH, wurde 2001 im Rahmen der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe gegründet. Seit dem Ausstieg des Gesellschafters Veolia nach der Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe (BWB) halten die BWB und die Technologiestiftung Berlin die Gesellschaftsanteile je zur Hälfte. Derzeit arbeiten im KWB 35 MitarbeiterInnen und 18 Studenten/Praktikanten an 36 Forschungsvorhaben. Wir organisieren uns in operativen Schwerpunktbereichen, in denen sowohl der gesamte urbane Wasserkreislauf abgebildet ist als auch die Herausforderungen einer wachsenden Stadt in Angriff genommen werden.

Im Bereich „Urbane Systeme“ sind die Themen Infrastruktur, Regenwasserbewirtschaftung, Gewässerschutz und Klimaresilienz gebündelt. Über die Berliner Grenzen hinaus bekannt geworden ist das Projekt KURAS, in dem die KollegInnen des Bereiches mit vielen deutschen Partnerinstitutionen integrierte Konzepte für einen nachhaltigen Umgang mit Abwasser und Regenwasser an urbanen Standorten erarbeitet und modellhaft demonstriert haben. Derzeit arbeiten wir an der praktischen Umsetzung der KURAS Strategie zur Regenwasserbewirtschaftung, an der Verminderung und Vermeidung des Eintrages von Schadstoffen aus Bauprodukten in die urbane Umwelt und an Modellen zur Vorhersage von Badewasserqualität und zur Alterung der Infrastruktur (Kanäle).

Der Bereich „Prozessinnovation“ beschäftigt sich mit der Trinkwasseraufbereitung, der Abwasserbehandlung und der Ressourcenrückgewinnung. Dazu gehören die Themen Energieeffizienz und Rückgewinnung von Rohstoffen wie z.B. Phosphor ebenso wie die Entfernung von unerwünschten Stoffen wie z.B. Spurenstoffen aus dem Wasserkreislauf. In dem von KWB koordinierten Projekt Powerstep wurden in vier europäischen Ländern innovative Verfahren zur Energieeffizienz von Kläranlagen im industriellen Maßstab demonstriert ( www.powerstep.eu). Aktuell arbeiten wir an der Spezifikation solcher Verfahren für Berliner Anlagen. Weitere laufende Projektthemen sind die Anwendungsfähigkeit von Nährstoffrecyclaten, die Optimierung der Ozonung sowie Wasserwiederverwendung.

Viele Städte gewinnen ihr Trinkwasser ganz oder teilweise aus dem Grundwasser und reichern dieses dazu künstlich an. Mit der Frage wie sich der Klimawandel auf die Möglichkeiten der Grundwasseranreicherung auswirkt und welche Maßnahmen notwendig sind, um „Klimaresilienz“ in der künstlichen Grundwasseranreicherung zu erreichen, beschäftigen sich unter anderem die Grundwasserexperten des KWB.

Selbstverständlich lassen sich die Bereiche inhaltlich nicht trennscharf voneinander abgrenzen und unser interdisziplinäres Team arbeitet projektorientiert und bereichsübergreifend an den Themen.
Neben der Entwicklung und Umsetzung anwendungsorientierter Projekte gehört für uns als gemeinnützige Einrichtung auch die Information der Öffentlichkeit zu unseren Aufgaben. Das KWB führt daher Informationsveranstaltungen durch, die sich sowohl an Fachpublikum als auch an allgemein an Wasserthemen Interessierte richten.
Als Geschäftsführerinnen können wir mit Stolz sagen, dass sich das KWB in den nun fast 18 Jahren seines Bestehens zu einem stabilen Baustein der Berliner Forschungslandschaft im Bereich Wasser entwickelt hat.