Hochwasserschutz im Mindeltal

Hochwasserschutz im Mindeltal

Hochwasserschutz im Mindeltal
Drosselbauwerk Mindel, Ansicht Oberstrom - Quelle: OBERMEYER

Das Mindeltal im Allgäu ist aufgrund seiner breiten und flachen Topographie bei Starkregenereignissen schnell von Hochwasser betroffen. Daher einigten sich die betroffenen Gemeinden, gemeinsam Maßnahmen im Hochwasserschutz umzusetzen.

Jetzt ist der erste Baustein des Großprojekts „Hochwasserschutz Mindeltal“ abgeschlossen: Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 1. Oktober 2018 im Landkreis Günzburg der Hochwasserrückhalt Balzhausen/Bayersried eingeweiht. Die Unternehmensgruppe OBERMEYER war in einer Planungsgemeinschaft mit dem Ingenieurbüro Wald + Corbe ab der Ausführungsplanung mit der Projektleitung und der örtlichen Bauüberwachung betraut. Auftraggeber ist das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth.

Erster Baustein vom Hochwasserschutz-Projekt
Der jetzt fertiggestellte Hochwasserrückhalt Balzhausen/ Bayersried im Süden ist der erste Baustein des Projekts „Hochwasserschutz Mindeltal“, an dem sich die betroffenen Gemeinden Balzhausen, Burgau, Burtenbach, Jettingen Scheppach, Münsterhausen, Offingen, Thannhausen und Ursberg beteiligen. Zugleich handelt es sich dabei um einen überregionalen Rückhalt, der bei Hochwasser eine Abflussminderung und Reduzierung des allgemeinen Hochwasserrisikos erwirken soll. Dieses erste Teilprojekt ist Voraussetzung für die nächsten Hochwasserschutzprojekte in den Unterstrom gelegenen Gemeinden Burtenbach und Thannhausen.

Umfangreiche Bauarbeiten
Das realisierte Hochwasserrückhaltevolumen des fertiggestellten Projekts beträgt ca. 880.000 m³. Die Gesamtmaßnahme beinhaltet auch den Hochwasserschutz für die Gemeinden Balzhausen und Ursberg, Ortsteil Mindelzell, und umfasst unter anderem vier Drosselbauwerke, vier Sielbauwerke, 500 m Spundwand, ca. 150.000 m3 Erdbewegungen für rund 3,7 km Erddämme mit Höhen bis über 3 m, 200 m Hochwasserüberlaufstrecke und den begleitenden Wegebau.

Durch die 200 m lange Überlaufstrecke zur Hochwasserentlastung, die mit einem Schotter-Mastix-Deckwerk gegen die hohen hydrodynamischen Kräfte gesichert ist, wird die Anlagensicherheit auch für Hochwasserereignisse über dem Bemessungshochwasser sichergestellt. Das Deckwerk ist – anders als die herkömmliche Sicherung mit Wasserbausteinen – in der Landschaft nicht sichtbar und kann wie auch der Hochwasserdamm mit Oberboden abgedeckt werden.


KONTAKT
LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
www.lubw.baden-wuerttemberg.de/wasser/ermes