HUSS Unternehmensgruppe, München und Berlin: Drei Gründe zum Feiern

HUSS Unternehmensgruppe, München und Berlin: Drei Gründe zum Feiern

Verlagsgründer Wolfgang Huss

Vor  40 Jahren gründete Wolfgang Huss die Keimzelle für eine konzernunabhängige Mediengruppe, in der über 20 Fachzeitschriften erscheinen.

Gleich drei Jubiläen darf man in München und Berlin in diesem Jahr feiern. Zum einen beging der Verlagsgründer Wolfgang Huss am 1. April dieses Jahres seinen 75. Geburtstag. Dazu gratuliert die Redaktion der wasserwirtschaft-wassertechnik nachträglich ganz herzlich. Zum anderen feiert die HUSS Unternehmensgruppe, die auch diese Publikation herausgibt, in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Der dritte Grund zum Feiern ist ebenfalls ein runder Geburtstag: Christoph Huss, der seit 2005 an der Spitze des Unternehmens steht, wird am 5. Mai 40 Jahre alt.

Diese Jubiläen waren der Anlass, Unternehmensgründer Wolfgang Huss und seinen Sohn Christoph Huss über die Herausforderungen des Verlegerdaseins zu befragen.

Was macht einen guten Verleger aus?

Wolfgang Huss: Als Verleger ringe ich um die hohe Kunst des Gestaltens. Meine Werke sind Fachmedien, ob nun als Print- und Onlineausgabe, in digitaler Form oder als Veranstaltung. Es ist spannend, Tag für Tag etwas zu bewegen in einer Welt zwischen Wörtern und Zahlen, Bewahren und Erneuern, Kreativität und Kapital, Funktionalität und Geschwindigkeit. Dabei hatte ich schon immer ein Gespür für Trends und ließ selten eine Chance ungenutzt. Beispielsweise erwies sich mein Interesse für die Verbesserung von Prozessen und Organisationsabläufen in den 70er-Jahren als vorausschauend für die Entwicklung der Logistik.

Sie sind nun seit 40 Jahren Verleger. Wo sind Sie heute unterwegs?

Wolfgang Huss: Wer einmal Verleger war, bleibt immer Verleger. Unterwegs bin ich am liebsten als Ideenlieferant und Impulsgeber für unsere Mediengruppe. Gerade in Zeiten des Umbruchs sollte kein Verleger ruhig zu Hause sitzen. Von der Erfindung der Schnellpresse und der Setzmaschine im 19. Jahrhundert bis zur beginnenden weltweiten Verbreitung des Computers vor 40 Jahren, dem Beginn der Digitalisierung also, gab es keinen solchen Wandel der Gesellschaft, der Technologien, der Strukturen und der Märkte mehr. Heute scheint es so, als gehöre die Zukunft den Suchmaschinen und Sozialen Netzwerken. Die digitale Welt wird im Moment von Google, Apple, Microsoft oder Facebook regiert.

Und was bedeutet das für die Fachmedien?

Wolfgang Huss: Für die Fachpresse drängt sich die Frage auf, ob sie journalistische Inhalte im mobilen Internet bezahlt bekommt. Dass gute Leistung ihren Preis hat, muss auch im Netz zur Norm werden. Darüber hinaus wird die voranschreitende Globalisierung die Arbeitswelt revolutionieren. Big Data und Industrie 4.0, das Internet der Dinge und Dienste wird alle Lebensbereiche der Menschen grundlegend verändern und neue Formen der Wertschöpfung schaffen. Die darin liegenden neuen Möglichkeiten für Fachmedien zu erkennen und umzusetzen, wird eine spannende Herausforderung und Aufgabe für meinen Sohn und zukünftige Generationen sein.

Christoph Huss, Sie tummeln sich als Verleger der zweiten Generation bestimmt eher in der digitalen Welt. Sind da gedruckte Zeitschriften nicht etwas Altmodisches?

Christoph Huss: Hier muss man unterscheiden. Tagesaktuelle Nachrichten konsumiere ich nur noch über die digitalen Kanäle. Natürlich bekomme ich auch meine Fachinformationen aus dem Netz, wenn ich lange genug suche. Meist suche ich im Internet aber nach einer Lösung für ein Problem und finde nach einiger Zeit auch ein paar passende Antworten. Unsere Redaktionen filtern Wissen mit hohem Nutzwert, stellen diesen noch mal klar heraus und verpacken dies in Fachinformationen für unseren Leser, sodass er in kürzester Zeit den höchsten Nutzen hat. Und wenn man unsere Fachzeitschriften aufmerksam liest, kann man Ideen generieren, um spätere Probleme gar nicht erst zu bekommen.

Aber das kann man heute doch auch digital umsetzen.

Christoph Huss: Natürlich. Einige unserer Fachzeitschriften bieten wir deshalb heute schon als Magazin-App an. Allerdings ist das Verhalten der Leser derzeit noch vom Print geprägt. Denn unsere Hefte werden meist nicht am Arbeitsplatz, sondern unterwegs in der Bahn, im Flieger oder zu Hause auf dem Sofa gelesen. Print schafft eine Art „Entschleunigung“ und das ist in unserem immer schneller werdenden Leben umso wichtiger.

Wie sehen Sie die Zukunft für Ihre Unternehmen?

Christoph Huss: Die HUSS-Unternehmensgruppe ist durch ihre Vielfalt an Themen und Dienstleistungen sehr gut aufgestellt. Wir haben keine Investoren und keine Banken im Rücken. Das lässt Raum für Innovationen und Kreativität. Die Kombination aus Fachinformationen, Fachmessen, Veranstaltungen und Druckerei bietet uns viele Möglichkeiten, auf Markttrends schnell zu reagieren. Zurzeit arbeiten wir an der Erschließung neuer Märkte, der Internationalisierung unserer Produkte und dem Ausbau unserer Unternehmensgruppe.

Das Interview führten Rüdiger Tuzinski und Thilo Jörgl.