Labor mit Hightech und Krebsen

Labor mit Hightech und Krebsen

Labor mit Hightech und Krebsen
Toximeter mit 8 Kammern für die Bachflohkrebse - Quelle: Lang

Eine weitere Methode wurde zur Überwachung der Wasserqualität im Labor der Berliner Wasserbetriebe eingeführt: Die Qualitätskontrolle durch Bachflohkrebse.
Etwa 100 Mitarbeiter sind im Labor der Berliner Wasserbetriebe (BWB) mit der Kontrolle der Wasserqualität beschäftigt. Das Labor ist durch die Deutsche Akkreditierungstelle (DAkkS) akkreditiert und zertifiziert. Es ist unabhängig, ist aber in das Betriebsmanagement der BWB eingebunden. Zu den neue Methoden, die das Labor zur Sicherung der Trinkwasserqualität anwendet, gehören:

  •  die Durchflusszytometrie zur Bestimmung der bakteriellen Belastung des Wassers
  •  die Maldi-Tof-Methode, eine massenspektrometrische Analyse von Proteinmassen zur Keimidentifikation.
  •  der IMS-Schnelltest (Ionenmobilitäts-Spektrometrie) für die chemische Analyse ionisierter Proben
  •  Non-Target-Analytik, eine Methode, um möglichst unbekannte Spurenstoffe und Transformationsprodukte zu identifizieren und zu quantifizieren (Non-Target-Analytik) für eine umfassende Risikobewertung.

Allen Verfahren liegt eine Gemeinsamkeit zugrunde: die Untersuchungsergebnisse sind genauer und schneller als herkömmliche Diagnose-Methoden.

Krebse mit feinen Antennen fürs Wasser
Neben diesen Analyseverfahren wurde eine weitere Methode zur Überwachung der Wasserqualität in den neun Berliner Wasserwerken vorgestellt: Die Qualitätskontrolle durch Bachflohkrebse (Gammarus fossarum) mittels sogenannter Toximeter. In der Natur wird das häufige Auftreten von Bachflohkrebsen in Bächen, Flüssen und Seen als Indikator für sauberes Wasser bewertet. Auf der Basis dieser Erkenntnis wurden Laborgeräte entwickelt, in denen in acht Kammern die Kleinkrebse gesetzt werden. In den mit Trinkwasser gefüllten Kammern wird das Verhalten der Tiere beobachtet und protokolliert. Diese reagieren auf minimale Abweichungen der Wasserqualität. Die Verhaltensprofile ihrer Kiemenbeinchen werden aufgezeichnet und mit einer speziellen Software ausgewertet.
Im Jahr 2017 wurden 65.000 Proben untersucht. Dabei ist der gesamte Wasserkreislauf im Visier, also vom Grundwasser bis zum Klärschlamm.

Die Berliner Wasserbetriebe und ihre 4.336 Mitarbeiter liefern jährlich aus neun Wasserwerken rund 204 Millionen Kubikmeter bestes Trinkwasser und reinigen in ihren sechs Klärwerken ca. 261 Millionen Kubikmeter Abwasser. Dazwischen liegen fast 19.000 Kilometer lange Rohr- und Kanalnetze. Damit ist das Unternehmen Deutschlands Branchenprimus, der auf 160 Jahre Tradition zurückblickt.

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Berliner Wasserbetriebe
Neue Jüdenstraße 1
10179 Berlin