Verbesserte Vorhersage von Pestizidrückständen

Verbesserte Vorhersage von Pestizidrückständen

Verbesserte Vorhersage von Pestizidrückständen
Der Einsatz von Pestizieden bleibt nicht ohne Folgen. Quelle: UFZ/André Künzelmann

Der Einsatz von Pestiziden kann im Boden zu toxischen und umweltproblematischen Rückständen führen. Bei welchen Pestiziden dies in welchem Maße der Fall ist, konnte bislang nicht detailliert bestimmt werden.

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben nun gemeinsam mit Kollegen der Technischen Universität Dänemark (DTU) ein Modell entwickelt, mit dem sich die Bildung potenziell toxischer Rückstände genauer vorhersagen lässt. Es könnte künftig zur Gefährdungsabschätzung im Pestizid-Zulassungsverfahren der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zum Einsatz kommen. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Environmental Science and Technology“ erschienen.
Durch Abbauprozesse von Pestiziden reichern sich im Boden so genannte nicht extrahierbare Rückstände (NER) an. Diese sind fest an Bodenpartikel gebunden und können sowohl aus unschädlicher bakterieller Biomasse (biogene Rückstände), aus dem Pestizid selbst als auch aus Abbauprodukten bestehen, die toxisch wirken und ein Umweltproblem darstellen (toxische Rückstände). Wie groß dabei der Anteil toxikologisch relevanter Rückstände ist, ist von Pestizid zu Pestizid unterschiedlich und mit bisherigen Methoden nicht genau zu bestimmen. „Doch das ist wichtig zu wissen, wenn eine möglichst realistische Abschätzung der Gefährdung erfolgen soll“, sagt Prof. Matthias Kästner, Umweltbiotechnologe am UFZ.
Im Kern des Modells steht die Analyse der chemischen Struktur des jeweiligen Pestizids. Sie wird auf eine mögliche Verwertung durch Bakterien hin genauestens untersucht.


KONTAKT
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
www.ufz.de

Weiterführender Link:
Bioabbaubar oder nicht? Klassifizierung von Pestizidrückständen: http://www.ufz.de/index.php?de=35352.